Schule, an der Kinder gerne lernen
Und Lehrkräfte, die wieder Sinn in ihrer Arbeit finden
An der Alemannenschule Wutöschingen lernen Kinder seit Jahren mit Begeisterung – auf individuellen Lernwegen, mit Lernbegleitung statt Belehrung und einem Abitur, das über dem Landesdurchschnitt liegt.
Schule, an der Kinder gerne lernen
Und Lehrkräfte, die wieder Sinn in ihrer Arbeit finden
An der Alemannenschule Wutöschingen lernen Kinder seit Jahren mit Begeisterung – auf individuellen Lernwegen, mit Lernbegleitung statt Belehrung und einem Abitur, das über dem Landesdurchschnitt liegt.
Wie funktioniert die Schmetterlingspädagogik?
Ein Konzept für Schulen, die sich verändern wollen. Entwickelt von Lehrkräften, die ihren Beruf nicht aufgeben wollten – sondern neu denken. An der Alemannenschule Wutöschingen haben wir gezeigt, dass eine andere Schule möglich ist: ohne klassischen Unterricht, ohne Klassen und ohne Notendruck. Mit individuellen Lernwegen, klaren Strukturen und Lernbegleitung auf Augenhöhe.
Der Tag ist nicht mehr im 45-Minuten-Takt durchgeplant. Es gibt keinen klassischen Unterricht mehr, in dem alle, die das gleiche nicht können, im gleichen Raum, zur gleichen Zeit, in einem gleichen Tempo das gleiche lernen müssen.
Die beiden Flügel des Schmetterlings
Lernen braucht zwei Seiten, die ineinandergreifen. Wir nennen sie die Flügel des Schmetterlings.

SoL – Selbstorganisiertes Lernen
Die ruhige, fokussierte Seite. Kinder arbeiten an ihren individuellen Lernwegen – mit Kompetenzrastern, Materialpaketen und Gelingensnachweisen. Sie wissen jederzeit: Wo stehe ich? Was kommt als Nächstes?

LdE – Lernen durch Erleben
Die lebendige Seite. Hier wird die Welt zum Lernort – in Projekten, Musicals, Werkstätten, im Seniorenzentrum, auf dem Bauernhof. Was die Kinder im Erleben begegnet, bringt neue Fragen mit zurück ins Lernen.
Vier Bedingungen, damit Lernen gelingt

H – Haltung Auf Augenhöhe. Mit Vertrauen. Wir begleiten, statt zu belehren. Wenn es uns gelingt, dass ein Kind jeden Tag gerne in die Schule geht, können wir nicht verhindern, dass es etwas lernt.
E – Expertise Im Team. Lernbegleiter:innen, Schulsozialarbeit, Partner aus dem Dorf
R – Raum Lernatelier, Marktplatz, Coachingraum, digitaler Raum. Räume, die zum Lernen passen – nicht umgekehrt.
Z – Zeit Kein 45-Minuten-Takt. Stattdessen rhythmisierte Tagesabläufe mit Raum für Konzentration, Gespräch und Pause.
Was wir anders machen

Lernpartner:innen statt Schüler:innen
Bei uns gibt es keine Schulklassen, in denen alle das Gleiche zur gleichen Zeit machen. Kinder arbeiten altersgemischt und selbstbestimmt an ihren Lernzielen. Sie wählen, wann sie sich einem Thema widmen, wie tief sie eintauchen und in welchem Tempo sie vorankommen. Lernen wird zu ihrer eigenen Sache.

Lernbegleiter:innen statt Lehrkräfte
Bei uns hält niemand mehr Unterricht vor einer Klasse. Lernbegleiter:innen sind im Lernatelier präsent, wenn Kinder Fragen haben, geben kurze freiwillige Fachinputs für die, die sie brauchen, und führen wöchentliche Coachings. Sie vermitteln nicht – sie begleiten.

Lernlandschaften statt Klassenzimmer
Klassenzimmer mit Stuhlreihen vor einer Tafel gibt es bei uns nicht. Stattdessen gibt es das Lernatelier für konzentriertes Arbeiten, den Marktplatz für Austausch und Kooperation, Inputräume für freiwillige Fachimpulse und Coachingräume für vertrauliche Gespräche. Räume, die zum Lernen passen – nicht umgekehrt.

Coaching statt Frontalbeziehung
Jedes Kind hat wöchentlich ein ca. 15-minütiges Coaching-Gespräch mit seiner Lehrkraft. Es wird besprochen, wie es dem Kind geht, was es sich für die kommende Woche vorgenommen hat und ob es seine Ziele der vergangenen Woche erreicht hat. Durch dieses individuelle Gespräch sind die Lehrkräfte immer informiert, wo das Kind aktuell steht und können es bei Bedarf gezielt unterstützen.

Materialnetzwerk und Kompetenzraster statt Schulbuch und Lehrplan
Statt einem starren Lehrplan zu folgen, arbeiten unsere Lernpartner:innen mit Kompetenzrastern – transparente Übersichten, die für jedes Fach zeigen, welche Kompetenzen es gibt und auf welchen Niveaustufen sie erworben werden können. Jedes Kind sieht jederzeit: Was kann ich schon? Was kommt als Nächstes? Die passenden Lernmaterialien dazu kommen aus dem Materialnetzwerk – gemeinsam von Schulen entwickelt, frei lizenziert und punktgenau auf die Kompetenzraster abgestimmt.

Gelingensnachweise statt Klassenarbeit
Bei uns gibt es keinen Termin, an dem alle gleichzeitig geprüft werden. Stattdessen entscheiden Lernpartner:innen selbst, wann sie bereit sind, eine Kompetenz nachzuweisen. Zum Bestehen eines Gelingensnachweises müssen 25 von 30 Punkten erreicht werden. Für einen bestandenen Gelingensnachweis erhalten die Schüler:innen einen Punkt im Kompetenzraster. Somit dient das Kompetenzraster auch als Leistungsüberblick. Es geht nicht darum, eine Note zu bekommen, sondern wirklich zu können, was man können sollte.
Grundsätze
Wer Schule wirklich verändern will, braucht einen Kompass. Diese Grundsätze sind unserer. Sie sind über die Jahre gewachsen, in der Praxis erprobt und immer wieder neu geschärft. Sie helfen uns, im Alltag bei dem zu bleiben, was wir für richtig halten – auch wenn der Weg manchmal anstrengend ist.
Kompetenzraster und Materialpakete
Grundlage unserer Lernmaterialien sind die an der ASW entwickelten Kompetenzraster, die stets aus der Perspektive der Lernenden gestaltet sind. Sie enthalten alle relevanten Inhalte, die im Verlauf eines Schuljahres in den jeweiligen Fächern bearbeitet werden. Mithilfe der Kompetenzraster können Lernpartner:innen ihr Lernen eigenständig organisieren und selbst über ihre Lerninhalte entscheiden. Unser Ziel ist es, für alle Kompetenzbereiche, Niveaustufen und Jahrgangsstufen Material bereitzustellen. Unsere Kompetenzraster und Lernmaterialien sind aufgebaut in die drei Niveaustufen M, R, E nach der Theorie von Gerhard Ziener. Durch den Aufbau in die drei Niveaustufen können die Materialien von allen Schularten genutzt werden.
Mindeststandard (M)
Das Niveau des Mindeststandards bezeichnet die Basisanforderungen, die jede:r Schüler:in erreichen sollte. Im Mindeststandard werden hauptsächlich Inhalte reproduziert.
Regelstandard (R)
Der Regelstandard stellt das Niveau dar, das verlangt, die erhaltenen Informationen zu verknüpfen und Bezüge herzustellen.
Expertenstandard (E)
Auf dem Niveau des Expertenstandards gilt es, eine Transfer- oder eine Abstraktionsleistung zu vollziehen. Informationen können selbstständig reorganisiert und in einen veränderten Zusammenhang eingeordnet werden.


Das sagen unsere Lernpartner:innen
Am Ende zählt, was die Kinder erleben. Hier ein paar Stimmen – in ihren eigenen Worten.
